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So köstlich und leider fast vergessen – die Quitte.

In den meisten Lebensmittelgeschäften sucht man vergeblich nach Quitten. Dabei steckt das gelbe, feste Fruchtfleisch so voller Geschmack und Potential. Zum Beispiel als Quittengelee, eingemacht oder – ein absoluter Hochgenuss – als Quitten-Gin aus Saarburg. Zum Glück hat unsere Küchenchefin Celine aus ihrer Heimat Lothringen einige Quitten mitgebracht und auch bei uns in der nahen Umgebung findet man hin und wieder einen Quittenbaum 

Ich liebe den Geruch von Quittengelee! Leider fürchte ich, dass in ein paar Jahren niemand mehr das strahlend gelbe Fruchtfleische kennt und die Quitte nur noch bei Wikipedia zu finden ist. Damit es nicht so kommt, will ich heute von dieser famosen Frucht berichten.

 

Ein goldgelber Schatz
Celine, die Küchenchefin des Landhotels Saarschleife, hat in den späten Oktobertagen einige Holzsteigen mit Quitten gepflückt und mit in die Küche des Landhotels gebracht. Für mich ein ganz besonderer Schatz. Denn auch in unserer Nähe und auf dem hauseigenen Obstgartenstück des Landhotels wachsen noch keine Quitten. Noch keine! Allerdings dürfte die Nachbarschaft hin und wieder einen zarten Schwund von ihren Quittenbäumen bemerken – aber das fällt wohl unter Mundraub. Einige Tage nach dem die reifen, noch harten Quitten geerntet wurden, werden sie geschält, gehälftet, in gekochtem Gewürz-Zuckerwasser eingelegt und schließlich eingekocht. Der so entstandene Quittenfond ist eine absolute Geschmacksbombe. Die Quitten, die schon etwas beschädigt sind, werden aus den Einmachgläsern genommen, mit Fond fein püriert, mit einer Zimtstange und Anisstern gewürzt und erneut eingemacht. Dieses Quittenpüree passt auf das trefflichste zur Gänseleberterrine im Landhotel Saarschleife.

 

Oh du süßes Quittengelee
Für das Gelee werden die Früchte gewaschen, nicht geschält, mit den Kernen in kleine Stücke geschnitten und in einem Topf mit Wasser gut durchgekocht, bis sie weich sind. Auf keinen Fall den Fond einkochen lassen! Immer mit frischem Wasser auffüllen und die Quitten mit Wasser bedecken. Schließlich kommen die Quitten samt Fond in ein Passiertuch. Der Fond wird in einem neuen Topf aufgefangen. Mehrere Stunden austropfen lassen! Ein Liter des kostbaren Fonds werden dann mit einem Kilogramm Einmachzucker erneut eingekocht. Nur leicht köcheln lassen, in Marmeladegläser abfüllen und gut verschließen. Dann heißt es genießen. Am besten mit frischer Mettlacher Kruste, einem dunklen Kastenbrot mit wenig Weizen- und viel Roggenmehl. Dick aufgeschnitten, viel Butter und ordentlich Gelee drauf und reinbeißen! Ein Traum.

 

Aber das Beste, was eine gute Quitte werden kann, ist wohl Gin-Quince aus Saarburg, für den Familie Zilliken einen Gin mit Quitten verfeinert. Serviert mit gebrochenem Eis, etwas Zitrone – zum Niederknien!

Also, vergessen Sie die Quitten nicht und genießen Sie drauf los! 

 

Herzlichst, Ihr Landbursche


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